dokument #91

Vielleicht ist das heute ja der Tag, an dem wir das hier fortführen, fortsetzen…. das, das immer einbricht, wenn wir über das unmittelbare hinauswollen. Dann, wenn wir uns (und irgendwelchen „anderen“; einer Menge oder Teilmenge) etwas ganz grundlegendes mitzuteilen gedenken. Etwas ausgereift-durchdachteres, von dem wir denken, dass es nicht nur uns selbst direkt betrifft, sondern auch all die anderen…. die „davon“ betroffen sind, darüber nachdenken (oder nicht)…kurz: damit zu tun haben. (Und je weniger spalterisch mensch dabei denkt, desto mehr werden es…).

Immer dann wenn  wir denken, dass unsere Perspektive für etwas eine etwas „allgemeinere“ Gültigkeit haben kann, weil wir die direkt betroffenen davon sind, und demzufolge aus der ersten Person Singular (hehe) heraus darüber sprechen können, statt nur mit einem Seitenblick davon…. immer dann, staut es sich an. – Lauert dann im zwischenspeicher, starrt uns an, und wartet…. und all das andere, das eben auch sehr wichtig ist, weil es „direkt betrifft“, das rauscht vorbei und….

Dann ist ein Jahr vorbei. Oder auch zwei, oder drei…

 

Die wechselnden prof. Helfer*innen erzählen uns, dass wir „in dieser Zeit“, sehr viel erreicht hätten…. – Meist meint das Papierkram, der zu erledigen ist… Papierkram, der uns alleine überfordert, weil… wir „Forderungen“, die von uns gestellt werden „nicht wert sind“. Wir „Forderungen“, die an uns gestellt werden, nicht aushalten, weil wir stets die schlimmst-möglichen Bestrafungen fürchten und diese Ohnmacht, die das auslöst, uns aus dem „rationalen Handeln“ hinausschubst… Wir auch überhaupt gar nicht verstehen (außer auf einer „höheren Ebene“) worum es da geht….

…und weil es uns im Grunde vollkommen gleich ist. – „Lebensmüde“ nannte das ne Psychologin einmal (seitdem haben wir dieses Wort und kauen zuweilen darauf rum, wie ein Katze an Gras…) …. woraufhin wir sagten, dass wir lieber das Talent (und die Ruhe, Muße, Ausdauer, Disziplin etc…) hätten kafkaeskes zu schreiben (und so zu überwinden, hoffentlich), statt darin gefangen zu sein (und nur zu verstehen, dass das, was mensch da versteht, was und wieso es so ist, „halt eben so ist“ und immer so war und auch so bleiben wird…unabänderlich- > Ohnmacht und Resignation.) …

 

„Viel erreicht.“ – Jedesmal, wenn sie das sagen, überlegen wir kurz, ohne dass uns etwas einfallen würde, und fragen dann, worauf genau sie sich da gerade beziehen…

Sie zählen dann diese „amtlichen“ Dinge auf, und wir…. geraten in einen Konflikt, weil wir wissen, dass unsere „Ehrgeiz“, der auf vollkommen anderes gepolt ist, haarscharf anfokussiert, was als nächster („künstlerischer“) Schritt zu erledigen ist („es brennt in uns„), und das zu sagen jetzt wieder frustrierend wäre, für die andere Seite, die sich doch gerade freut über irgendwas, das scheinbar „geschafft“ wurde…

An den direkten Umständen ändert sich nix. – Im Gegenteil, die sind und werden immer schlimmer, immer berdrohlicher. Unsere Radius der Handlungsfähigkeit verkürzt sich so, dass mittlerweile kaum noch etwas davon übrig ist (doch nicht einmal das erinnern wir noch). – Nur triggernder Lärm um uns herum… trigger, Trigger, Trigger. Lärm, verdammter! Lärm, verdammter! Verdammter Lärm, verdammt, verdammt!

Doch wem erzählen wir das, so unausgegoren? Uns selbst schon lange nicht mehr…. letztendlich dreht sich alles immer nur um den Fokus. Den Blick, den speziellen, den ein Mensch auf etwas hat. Wie genau er ihn sehen lässt.. und ob er_sie ihn auch fallen lassen und einen anderen einnehmen kann, mit derselben (poetischen) Genauigkeit, Präzision…

Uns wären die Aufsätze wichtig. Die, an denen wir 5 Tagen lang sitzen und sassen… – Das Problem ist: diese 5 Tage. Das, was sie mit uns anstellen… und unseren Film reißen lässt, unendliche Male..

 

Vielleicht wäre das ja heute dieser Tag da gewesen. Der Tag, der es nicht war, weil… sag Du es mir. – Es wäre zu schön, Dich nicht mehr vermissen zu müssen. Und auch zu wissen, ob es Dich jemals gab… Denn alles Suchen ergibt ja nur dann einen Sinn, wenn man am Ende da hinauskommt, wo man vorher nie war; und nicht permanent am Anfang einer, viel zu bekannten, Geschichte, zu der einem die Mittel fehlen, sie (sich selbst) zu erzählen.

 

Ein Gedanke zu “dokument #91

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s