dokument #87

Dieses „einschlafen“… – es ist ja nicht so, dass man sich da ruhig bettfertig macht, und gemächlich dann hinlegt, während innendrin die Panik (oder sonstwas) kocht… So ist das nicht.

Wir haben, über dieses Symptom bei uns, hier schon mal darüber geschrieben. Und woanders auch; und dadurch sogar jemand anderen multiples kennengelernt, der_die dieses „Problem“ auch sehr stark und ausgeprägt hat… dieses „weg sein“, „umkippen/wegdriften“ gepaart mit totaler körperlicher Schwäche, für das wir keinen passenden Begriff fanden, der weit genug entfernt ist von „Ohnmacht“ und_oder diesem „Totstellreflex“… Weil es so anders ist, so eigen.

Und was wir meinen über unsere Therapie und diesen „Bezug zu uns selbst“ (den wir verloren glauben), ist, dass uns das „damals“ (vor einem Jahr) in seinen Abläufen bewusster war, vorher. Wir bekamen es mit (wenn man das sagen kann), dass „es“ gleich soweit ist. Ausgelöst wohl durch „das und das…“ – das bekam wir mit, und „notierten“ und „beobachteten“ es (während wir dagegen ankämpften) für uns, weil wir es ja nicht haben wollen. Überwinden wollen, und hinter uns lassen…

Nun „überrascht“ es uns, und wir bekommen es so gut wie gar nicht mehr mit, weil da ein „Kontakt“, den wir zusammen hatten, „verloren gegangen“ ist, bzw. „überlagert“ wird, oder an den Rand gedrängt wurde, so dass wir es weniger wahrnehmen, auch wenn es, unabgeschwächt, genauso passiert…

Das ärgert uns, weil wir es nicht mehr greifen können. Nicht mal im Ansatz. Uns selbst nicht mehr „sehen“, ohne, dass sich was geändert hätte. Zu viel „gesundes Therapiesprech“, das wir abspulen nach außen hin, zu wenig „was passiert bei euch eigentlich in diesem Moment da genau?..“

Und was uns am meisten ärgert ist, dass wir es nicht mal verbalisieren können. „Dieser Kontakt“, den wir da für uns verloren haben… wir sehen ihn nicht mehr. Nur, dass manches, damit zusammenhängende, für uns immer obskurer wird, unbeschreiblicher (in dieser „Singular-Sprache“, wie wir sie nennen in Therapie. Diese Sprache „der anderen“, die zu sprechen „die Norm“ ist – auch für uns, die wir nicht so „fühlen“…) Was sind das alles für „Symptome“, die wir da kultiviert haben, am Rande? Wir ertragen z.B. (auch) normales Glühbirnenlicht nicht. Vor allem nicht in „Schlafzimmern“. Dieses „gelbe“ Licht, wie es fast überall leuchtet, wenn es draußen dunkler wird, und nicht mehr „taghell“ ist. Uns setzt das schachmatt. Wir driften dann schlagartig weg, werden „ohnmächtig“ ,komplett willen- und kraftlos, ohne dass wir da dagegen steuern könnten. ..Ganz plötzlich geschieht das, ganz automatisch. – So als hätten wir ne handvoll Schlaftabletten geschluckt, die nun schlagartig reinhauen…

Wir haben „Tageslichtbirnen“ hier überall. Weiß-blaues, ganz klares Licht. Die findet man nicht auf Anhieb im Baumarkt. Mit denen ist es „ok“, da kippen wir nicht augenblicklich um, wenn sie die einzige Lichtquelle sind, der man ausgesetzt ist…

Wir haben also eine „Lösung“ für ein „Problem“, das wir nicht formulieren können, und dessen Ursachen wir uns nur dunkel vorzustellen wagen. – Wie arbeitet man daran „therapeutisch“ ?. Wir sagen eben, „dass dem so ist, auch.., und immer, noch“, unter ferner liefen… und damit hat es sich dann. – Das kann es nicht sein. Und wir wissen ja auch nicht… – Wir brauchen so ne Therapie, die in Zeitlupe stattfindet. Nicht in ihrem generellen Arbeitstempo, sondern in dem, wie sie „Prozesse“, die ablaufen betrachtet, sich ihnen nähert, und dann durchleuchtet… Was sollen wir darüber sprechen, dass wir „wir“ sagen… und wo wir uns wohl in 2 Jahren irgendwie sehen, wenn unser Problem ist: „irgendein Auslöser, und danach dann ein dissoziativer, ganz krasser Zustand…“

Wir müssen dafür selbst wieder ein besseres Gespür bekommen, was da passiert in uns, anstatt… was da passiert in uns, wenn wir gerade den einen Fuss vor den anderen setzen wollen, das aber nicht geht, weil…

So weit waren wir schon mal, vor einem Jahr, nur dass wir da diesen Eindruck hatten, dass wir „uns sehen dabei“ und zuhören können… – jetzt steuert man „blind“ vorwärts, so wie ein Roboter, plappert nach und trägt vor, und hört gar nicht mehr wirklich rein da ins System. Und wenn es darauf ankommt, haut es einen weg, oder um. – Und nicht nur dann, sondern ja ständig…

Heute auch mit der Polizei, wegen der Anzeige (die haben das Jugendamt übrigens schon ins Bilde gesetzt, deswegen), darüber gesprochen, wieso wir da in der alten Wohnung, in Anbetracht dessen, was unter uns los war, und immer noch ist, nicht öfer bei denen angerufen haben, damit da mal jemand kommt… „Schwer traumatisiert, wissen sie. Wir können dann nicht handeln“, sagt man, und will nicht so sein, wie man ist.

Irgendwas läuft da verkehrt, und vor lauter Themen wissen wir gar nicht, wo genau wir jetzt ansetzen sollen… es sind so viele. Manche davon schön „sauber“ irgendwo hinnotiert und aufgeschrieben (in Fetzen), damit wir wissen (und nicht „vergessen“), was da in solchen Momenten, mit uns passiert. – Doch es gelingt uns nicht sie zusammenzusetzen, so dass ein Bild aus ihnen entsteht…

Wir geben nicht auf. Wir fangen wieder ganz von vorne an…. Denn das, das können wir.

2 Gedanken zu “dokument #87

  1. Uns hat das gerade umgehauen – dieses wie ausgeknipst werden von jetzt auf fast immer noch jetzt kennen wir auch, hätten es aber nie mit dem vielesein in Zusammenhang gebracht, sondern waren stets der Meinung, dass das wieder irgendein Körperding ist, das wir eben nicht verstehen…
    Hier muss wohl noch drauf herum gedacht werden – habt Dank für diesen Input! Wir lesen uns bei euch mal Stück für Stück durch und finden dann bestimmt auch irgendwann den erwähnten anderen Text 😉
    Mit Grüßen!

    Liken

    1. Danke Euch! – Es ist schön zu sehen, dass das, was wir hier geschrieben haben, andere, denen es, auf ihre Art, ähnlich er_geht, erreicht und dabei hilft manches aus einer anderen Perspektive zu sehen…

      Im Grunde ist das der einzig relevante „Lohn“, den wir im Leben woll(t)en.

      Irgendwann, wenn unsere Umstände es wieder gestatten, werden wir das hier auch fortsetzen, und all das „zwischen-gespeichert“, nicht fertig gestellte, ausformulieren, so dass es für uns „richtig“ ist für den Moment…

      Krass zu sehen, wie und was einen davon abhält und aufhält…. und wie die Zeit dabei vergeht. – „Schweigen“ ist das nicht, weil wir ja woanders, auf eine andere Art, sehr produktiv sind (wobei das schriftliche aber immer unsere Hauptangelegenheit bleiben wird)…. Nein, kein „Schweigen“, eher ein Warten darauf, dass das externe so still sein wird, dass man selbst kein Teil mehr davon ist und zu sich selber wieder findet…- Es ist diese „Ruhe“, die fehlt. Diese „Ruhe“, die dann das eigene so ohrenbetäubend aufbrausend lässt, dass jedes Wort, dass es beschreibt genau das richtige Mittel ist dagegen…. Punkt.

      Sorry, dass das letzte nichts mehr mit Eurem Kommentar zu tun hat, und wir das tippen hier gerade dafür genutzt haben uns selbst etwas laut zu erzählen….

      Mal sehen, wie lange wir noch warten. Macht’s Gut, bis bald.

      winkewinke
      s.

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