dokument #74

Anscheinend ist mein Herz (mal wieder) gebrochen. Vielleicht ist es das. Ganz sicher… Bestimmt.

Neulich war ich schon deswegen, zusammen mit der Betreuerin, beim Internisten. Allerdings fand der nichts organisches, das irgendwie defekt ist. Auch sonst sei alles ok mit diesem Ding, so wie er meinte. „Psychosomatisch“, ist das also, wenn ich diesen überwältigenden körperlichen Eindruck habe, dass mein Herz… 1000 Kilo wiegt und gleich zerspringt. Oder so ähnlich…

Liebe tut weh, auch wenn sie das schönste ist, das ich kenne. Vielleicht ja gerade deswegen. Und alles, was ich scheinbar mit ihr anzustellen weiß, ist sie jedes Mal kaputt zu machen, sie mit meinen Ängsten zu verschrecken, und sie dadurch zu verjagen. Und immer wenn es vorher heißt ich sei „der erste, einzige, und der wahrhaftigste, dem man jemals begegnet ist etc.“, dann glaube ich das. Obwohl ich es doch langsam auch mal besser wissen müßte. Doch es klingt einfach zu schön. Und auch zu ehrlich. Und wenn ich sehe, wer das sagt zu mir… in diese menschliche Schönheit hineinblicke, die mich so blendet…und wärmt, und zu all den Dingen antreibt, die nur noch ein Ziel kennen: sie wiederzusehen, und wieder und wieder, dann wüßte ich nicht, was daran falsch sein soll, dieser Schönheit zu glauben.

Und jetzt, wo sie fort ist von mir…  und all der Schmerz darüber mich beinahe schon wieder komplett zerrissen hätte, aber nicht hat, sitze ich mal wieder hier, und denke: „es ist doch jedes Mal dasselbe“. Außer dass die Lust auf Wiederholungen, immer mehr nachlässt, und auch der Körper, scheinbar, immer lädierter wird von alledem. Und ich mir selbst immer weniger noch glaube(n kann). Doch alles andere ist fad, sagt meine Stimmung. Und ich weiß, dass wenn mir irgendwann die Lust daran vergangen sein sollte „wahrhaftig“ zu sein, dass ich dann nicht mehr mag. Dann kann mich dieses Leben hier mal am Arsch lecken. Aber gewaltig. Doch noch bin ich da… Auch wenn ich das vorgestern nicht dachte, fühlte, oder mir gar glauben konnte, dass ich das heute noch bin oder sein kann. Man täuscht sich so oft, und lernt doch nie aus seinen Fehlern. Außer Kalendersprüche, die man irgendwo postet. Und wenn man nicht gestorben ist, dann lebt man noch heute.



Ein Gedanke zu “dokument #74

  1. Schön dass du noch da bist. Ich glaube ja schon, dass es möglich ist aus Fehlern zu lernen. Tatsächlich denke ich auch, dass das (fast?) alle Menschen tun. Meist geht es jedoch so entsetzlich langsam in Mikrobewegungen, die selbst durch die Lupe kaum sichtbar sind. In Abständen von 10 oder 15 Jahren zurückgedacht, wird die Änderung dann sichtbar.
    Alles Gute und Sanftheit und Heilung für dein Herz.
    „Benita“

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