dokument #71

All diese Schönheit, die einen umgibt… die sprießenden Blüten, da vor dem Fenster, zum Beispiel. Jetzt sind sie offen, und alles ergrünt und lebt auf. Ich gehe durch die Wälder, atme diese ganz besondere Ruhe ein, die sich mit der inneren vermengt, lasse den Blick wandern und bin einfach nur meine Sinne.

Ich verstehe es einfach nicht, kann nicht nachvollziehen, was da passiert ist… Obwohl ich sehr genau Bescheid weiß darüber, mir große Mühe gebe, alle Seiten zu verstehen, und sie auch nachvollziehen und akzeptieren kann.

Und dennoch verstehe ich es nicht. Es liegt an dieser Schönheit, die da ist. Die, die mich umgibt… und jene, die in mir drin ist. Dort aufbewahrt wurde. Die Fragen, die sich selbst sprechen hören nicht auf. Sie brechen nicht ab: „Wo ist es denn jetzt…? Wieso ist es denn jetzt nicht da und hier?… Jetzt wo es schön ist, und frei…“. Sie sind viel zu unschuldig, um jemals verstehen zu können. – Ich habe auch keine Worte und Erklärungen mehr dafür, die irgendetwas bezwecken, und erreichen könnten. Ich bin in der Unterzahl. Und alles, was ich anzubieten habe, gehört mir. Intelligenz und Verstand enden dort… wo nur noch das Herz sieht. Es schlägt viel stärker, als der schrille Lärm der Sätze, die das wonach (und wofür) man lebt… vernichten.

Zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort…. – ich bin noch nie jemandem begegnet, der beides erreicht, oder gefunden, hätte.

Ich weiß sehr wohl um all die inneren… Grenzen, die einzuhalten, und auch zu pflegen sind. Weiß um den Ausschlag, und die Höhe der Wellen, die Kleinigkeiten schlagen… weiß um die Zeitverzögerungen, die Tropfen in den Fässern, und all die alten Wunden, und ihr gegenwärtiges Glühen und Lodern. Kann all dies sogar zusammensetzen zu etwas, das mir erklärt, wie es ist.

Und dennoch verstehe ich nicht. Einfach, weil all die Schönheit der Augenblicke, viel stärker und größer und durchdringlicher ist, als das, was ich bin. Nichts in mir verlangt Unmöglichkeit… – es ist diese sehen und spüren, und dieses „als schön empfinden“, das jegliches Wissen ad absurdum führt. Es zu etwas macht, das diese Welt anhält, sie stillstehen lässt. Jene kleine Eigenwelt, auf die man einen Einfluss hat, der teilbar ist, weil man aus ihr heraustreten und „da sein“ kann.

Einfach nur: Da sein kann.

…und all der Rest, den man sich selbst besorgt, und um den man sich zu kümmern hat, ist Angesichts der Schönheit ringsum, auch nichts weiter, als etwas… das niemals wirklich so zu verstehen ist, wie etwas, das einen Sinn ergibt, von dem man ein Teil ist.


„Man kann es nicht suchen. – Es findet es dich“…


Und an einem anderen Tag, da war ich jemand anders. Und dachte Dinge so klar, dass alles fremd erschien… man fühlt es, kann es jedoch niemals sehen.

Es ist diese Ehrlichkeit, die in der Schönheit verborgen liegt, die mich nicht verstehen lässt. Wie soll ich ihr etwas erklären, wenn alles, was ich sage, wie eine Lüge klingen muss, die wie jede andere Lüge auch, ein Stück dieser Welt mordet. Das einzige, was ich aufrichtig, aus tiefstem Herzen, sagen kann, ist: dass ich nicht verstehe. Und niemals wohl verstehen werde.


Ist es nicht schön zu sehen, wie das Leben aufs Neue erblüht? Ich glaube wirklich daran, dass die Schönheit dieser Augenblicke, nicht weiter zu erklären ist. Sie ist aus sich heraus da. Das reicht mir als Grund. Ihn verstehe ich.



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