dokument #67

Der Tag achtzig Stunden, wie eine Eule ohne Wald, und das ganze wie ein teurer Kolbenfresser…

…wieso spricht man aus, wenn es da ist? Wieso denkt man bloß es ließe sich unterscheiden, von dem wie man „tatsächlich“ ist? – man selbst ist ja blind, obwohl man hört, das jene Stimme übertönt wird, die die tiefste, ehrlichste und sehendste ist. Wieso denkt man bloß, das ließe sich von außen unterscheiden? – Man sieht die Worte, die man sprach und denkt entsetzt: „Mach es nicht wahr, das war ich nicht!“ – da kann man noch so oft davor warnen…und wenn es laut wird, verstummt man nicht, sondern schreit. Schreit: „meine Seele kriegt es nicht“ – und alles was man aus Erfahrung weiß ist, dass nur die Liebe dieses Eis zerbrechen kann, in dem man gefangen ist.

…wieso nur spricht man, wenn die beste Stimme übertönt ist. – sind das Schreie nach Hilfe? Das Anheulen des Mondes? oder diese Warnung: geh weg von mir, ich bin das gerade nicht?

Was bringt es, wenn Wunden verheilen, die man sich doch immer wieder selbst aufreißt.

„Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdiene, weil ich es dann am meisten brauche“ sagten sie…-Ich sehe Bilder vor mir, wenn ich daran denke. erlebtes, das mich nicht loslassen will..-ich weiß, dass es viel braucht, um irgendwann einmal wieder jemanden umarmen zu können. Jemanden hier zu mir herein lassen zu können, als Besuch, ohne dass dadurch all diese Flashbacks da sind…-es erscheint mir eben auch immer stärker so, als wäre es die Mühe nicht wert. Wäre ich die mühe nicht wert. Der Grund weswegen man schwerbehindert ist.

Doch das entscheidende ist…-ich will diesen Bildern immer weniger Gewalt über mich geben. und zum ersten Mal ist da der Eindruck, dass es gezielt ist. Eben waren sie nämlich ganz stark da…als man den Satz schrieb, und wusste, in welchem Moment man so für jemand anderen dachte. – ich habe Angst davor zu küssen. Habe Angst davor….gesehen zu werden. Habe Angst davor an die Hand genommen zu werden, und meine Hand zu reichen…

Doch das entscheidende ist: es ist vorbei. Das was passiert ist, ist vorbei. Auch wenn die Bilder davon noch da sind, und jeden schönen Moment für sich erobern wollen.

„Neue Erfahrungen“ machen….auch wenn das nur in Zeitlupe geht. – doch nach und nach greift es…und ich glaube, es liegt daran…dass man immer wieder und immer wieder die reinen Wünsche freilegt. – Denn da ist keine Unverhältnismäßigkeit in ihnen, wenn ich sie sehe. Keine Gier und keine Ausschließlichkeit. nichts überzogenes – sie sind nur eben viel leiser als das, was sie übertönt…das was man selbst schon gar nicht mehr hört, wenn man es äußert. Denn das erledigen andere für einen. – und dort wo es ankommt, da soll es nicht hin…

Dass man den Dreck nicht einfach aus sich rausschwitzen kann…

Keine zerrissenen Bilder mehr, Keine verbrannten Tagebücher. Und keine verschwendete zeit mehr an Hyänen.

Auch wenn man selbst eine ist.




Schöne Erinnerungen schaffen, die es wert sind zu bleiben, und sie auch speichern und verinnerlichen können…- trotz, und gerade wegen, dieser Hörbarkeit in allem.

2 Gedanken zu “dokument #67

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