dokument #61

broken glass…

…wenn „es“ vorüber und der Sturm wieder hinfort gezogen ist, wenn der Rausch sich gelegt, und alles was in Aufruhr war, sich wieder eingependelt hat, wenn man das „eigene Leben“ wieder schemenhaft zurück-erkennt, dann ist es das beste oft, wenn man nicht reden muss… Nicht darüber. Genug gesagt. Und alles was zuletzt gesagt wurde, war auch viel mehr als sich verstehen lässt. Zu viel davon. – Das war ich nicht…

Da bin „ich“ also wieder, und fege die Scherben zusammen, die jemand anderes in mir verbrochen hat. Vier Tage dieses Mal nur, und das ist ein Fortschritt.

Da bin „ich“ also wieder, und versuche mich zu erinnern, woraus „mein Leben“ vor vier Tagen noch bestand, und wofür mein Herz schlug. Es ist immer um so vieles leichter etwas zu zerstören, als etwas aufzubauen und zu errichten… Manchmal braucht es gar nicht mal vier volle Tage, um danach die Jahre zu zählen. Die Jahre, in denen man hofft, dagegen gewappnet zu werden… und jeder „Schutz davor“ bezeichnet auch nur: die Abwesenheit.

Seine.

…wie fängt „es“ an ?  Was sind die Auslöser, und was die Frühwarnzeichen? Und wie schafft man es „danach“ das „davor“ wieder zurückzuerkennen… ohne, dass es einem selbst wie ein lange schon verlorener Traum dabei erscheint. So wie aus den Augen, dem Gedächtnis, gespült.

Da bin „ich“ also wieder. Es sei denn, Du rufst mich an. Dann tue ich einfach so, als wäre ich nicht da. Auch wenn ich mir sicher bin, dass Du mich nie wieder anrufen wirst. Vier Tage können sehr lang sein, wenn zu viel Gesagtes, ohne Widerspruch, im Raum steht. Und „danach“ räumt es ja auch niemand mehr weg…


Es ist gut, wenn man im Nachhinein nicht reden muss „darüber“, und die Betreuerin weiß das, zum Glück. „Lassen sie uns in den Park gehen“, sagt sie, und sieht mir dabei zu, wie mein Kopf nickt. „Heute ist meteorologischer Frühlingsanfang“, fügt sie hinzu und zwinkert dabei. „Na dann“, antworte ich, und stehe auf und folge ihr hinaus in den Park, im dem das gestutzte Leben aufs Neue erblüht… während mein Kopf nur ein Wort dabei denkt : „Unvoreingenommenheit“. Denn die ist sehr wichtig.

… Scherben verderben und zerfallen nicht. Sie stauben nur ein lediglich. Und je nach Lichteinfall und Blickwinkel, kann das sogar auch romantisch aussehen. Fast malerisch.

… genug gesagt. Mehr als genug.




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