dokument #52

Ich weiß nicht wie ich heißen soll… Und langsam reicht es.

Dass der bisherig offizielle Name (vorne der und hinten der) weg muss, das ist klar. Erst neulich merkte ich mal wieder, allzu deutlich, wieso das so ist. Da bin ich beim ziellosen sich treiben lassen im Netz auf einer Seite gelandet, auf der es darum ging, dass jemand ein kleines Literaturmagazin herausbringen will. Aus irgendeinem plötzlichen Impuls heraus reichte ich zwei Texte von mir ein. Spontan, und einfach so. Ohne jeglichen Ehrgeiz dahinter, oder gar Geltungsdrang.

Normalerweise ist das ja nichts, wonach ich suche: irgendwelche Formen willkürlicher Verbreitung, die dann auch noch aus dem eigentlichen Kontext herausgerissen sind. Einen Kontext, der im Grunde nur mich selbst etwas angeht, und eventuell all jene noch, die im „echten Leben“ mit mir zusammenarbeiten müssen.

Aber es war nun einmal geschehen, so wie ständig und andauernd Dinge geschehen, wenn jeder für sich seinen Impulsen folgt, ohne weiter groß darüber nachzudenken.

Die Antwort, die kurz darauf, von jener Redaktion dann hier eintraf, war gar nicht mal so abgeneigt in Anbetracht der Texte. Zwar waren die Texte jetzt nichts sonderlich bemerkenswert („..hölzern. Aber sie lassen eine bestimmte Tiefe erkennen“), doch ein gewisses Interesse bestand. „Nun gut“, dachte ich. „Wieso auch nicht“. Allerdings hatte die Angelegenheit einen ganz entscheidenden Haken. Da ich die Texte nur unter „meinen Namen hier“ (dabei es ist doch tatsächlich einer für mich) eingereicht hatte, fragte man mich nun nach meinem „richtigen“ Namen, sowie nach einem Foto von mir, auf dem ich abgebildet bin. Beides war Voraussetzung dafür, dort in diesem kleinen Magazin, veröffentlicht zu werden. Beides also Dinge, die mir so unmöglich sind. So leid mir das auch tut.

Und auch wenn mir jetzt an diesem Kontext, samt der kleinen Angelegenheit, die mich betrifft, nicht weiter viel daran gelegen ist, so merkte ich doch einmal wieder, wieso ich „meinen Namen“, ganz offiziell und amtlich, ändern muss. Und das auch immer dringender, denn langsam reicht es… Sogleich als ich las „Name und Foto“, und das auch noch im Hinblick darauf all das „der Öffentlichkeit“ so darzubieten (ob diese das dann auch zur Kenntnis nimmt, was eher sehr unwahrscheinlich ist, sei mal dahin gestellt), war diese abgrundtiefe Angst in mir wieder zur Stelle. Dieses Angst davor, dass SIE mich dann augenblicklich hier finden. Diese Angst davor, dass SIE dann auf der Stelle hier vor meiner Tür hier und nicht aufhören damit, gegen sie zu hämmern. Solange dagegen hämmern, bis sie tatsächlich hier drin sind. Hier in meinem „geschützten Ort“ (nicht nur vor ihnen), und all das schlimme Zeug von ganz, ganz früher auf ein Neues beginnt, und wieder von vorne.

Es hat nie aufgehört in mir… Nie aufgehört.

„SIE“ das sind die Täter. Und alles, wirklich alles, was mich daran erinnert.

Es ist „ihr Name“, den ich trage. Der Nachname. Bei meinem Vornamen weiß gar nicht, von wem er ist. Wer ihn mir gab. Von wem er stammt. Wahrscheinlich ist er noch von dieser Frau, die mich zur Welt gebracht haben muss, irgendwann, und die ich nie kennengelernt habe. Nach alle dem will das auch gar nicht: zu einer Unbekannten „Hallo“ sagen, und wahrscheinlich auch noch „Danke“. So viel angebrachter Zynismus ist mir leider nicht möglich. Dieser Mensch ist und bleibt inexistent, so wie er es mein ganzes Leben lang schon war und ist – Punkt. Und Danke für Nichts.

Diese Angst vor IHNEN will ich so nicht mehr haben… auch wenn sie mit einem anderen Namen sicherlich nicht weg sein wird. Aber zumindest wird dadurch ein Schritt in diese Richtung gesetzt werden „ich selbst“ zu sein. Unabhängig von IHNEN. Woraus auch immer dieses unbekannte, für mich abstrakte Konstrukt „ich“ dann zusammengesetzt sein wird. Es ist ein daran anknüpfender Prozess, „es“ zu entwickeln, an dem ich, mit der entsprechend professioneller Hilfe, bereits arbeite. Mittlerweile schon seit einer langer Zeit. – Heute sah ich diesbezüglich z.B die mittlerweile ziemlich dicke Akte, die der sozialpsychiatrische Dienst des zuständigen Gesundheitsamts über mich führt. All die dort hinterlegten Arzt- und Klinikberichte, die dokumentierten Entwicklungsschritte… und all die eingebundenen Helfer_innen… Dem Papier traut man doch immer noch am meisten. Gut, dass es da ist. Und gut auch, dass man weiß, wer genau was in diese Akte da schreibt. Transparenz, die hilfreich ist und angebracht. Und keiner der Beteiligten bloßstellt und entblößt…

Der offizielle Gang der Namensänderung ist in die Wege geleitet. Ich habe ein psychologisches Gutachten darüber, das mir die Notwendigkeit bescheinigt. Leider vergesse ich immer die genau Formulierung dahinter, die den Antrag begründet. Ich glaube sie handelt von einem „persönlichem Leiden“, das stärker und größer zu sein hat als die „gesellschaftliche Erwartung einer bestimmten Konstanz“. Sinngemäß. So in der Art.

Auch das ist letztendlich nur ein Thema von vielen weiteren, in diesem Kontext meiner Dissoziativen Identitätsstörung, mit der ich einen alltagstauglichen Umgang erlerne. Einen Umgang, der es mir hoffentlich irgendwann einmal erlaubt mit anderem beschäftigt zu sein, als damit ständig in die Gegenwart zurückgeholt und dort verankert werden zu müssen, damit ich „handlungsfähig“ bin und auch bleibe.

Doch gerade weil das Thema so entscheidend (und deswegen so „groß“) ist, und in diesem ganz speziellen Kontext ja auch alles miteinander auf parallelen Ebenen verwoben ist mit- und untereinander, setze ich es immer wieder nach ganz oben auf die Agenda meines Hilfsplans. Die Helfer_innen unterstützen mich so gut es geht dabei. Von dieser Seite gibt es keinerlei Bedenken oder gar Hindernisse. Es hängt einzig und allein an mir, dass all das weiter seinen Lauf nimmt…und gerade weil ich mir so schwer damit tue, und so viel Unaussprechliches dabei auch aufkommt, beharre ich darauf, darauf zu beharren: Das Kind braucht (endlich) einen Namen.

Einen, der ihm ganz alleine gehört, und der nicht beschmutzt worden ist von Menschen, mit dem ihm nicht das Geringste verbindet…

Dass der alte weg muss ist klar, und daran hängt es ja auch gar nicht… die Sache ist ganz schlicht und einfach, dass ich nicht weiß, wie ich mich nennen soll. Und je mehr ich mich damit befasse, desto klarer wird mir, dass ich überhaupt gar keinen Namen haben will. Nicht wirklich. Zumindest keinen, den ich (anderen gegenüber) aussprechen und mitteilen muss. Ich sehe da auch keine Notwendigkeit dahinter einen zu besitzen. Auch wenn ich weiß, was einen zu haben bedeutet… Meinetwegen könnte das ewig auch so weitergehen: für immer etwas unsichtbares bleiben. Etwas unerkannt und unbenanntes. Etwas ganz, ganz heimliches, verstecktes. Etwas, für es das keine Worte gibt, und das selbst auch keine Worte braucht, bzw. diese nötig hat. Keine Worte jedenfalls, die dort noch weiter groß von Bedeutung sind oder wären, wo „wir“ (und damit meine ich „mich und die anderen in mir“) zuhause sind…

Genaue Worte, die benennen, und so das Innere nach außen kehren können sehr bedrohlich sein. Und zu leicht auch falsch verstanden werden.. – zumal auch dieses „Ich“, das ich benennen soll, nichts anderes für mich ist als „die Zersplitterung“. So bezeichne ich „es“, und nur so ergibt „es“ einen Sinn, der mir auch einleuchtet. Einen, der das ganz offen daliegt und sich anbietet, wenn man die Zusammenhänge  erkennt und sieht. Und alles, was über diesen Sinn hinausgeht, ist eine rein sachliche Beschreibung von Prozessen, die auf parallelen Ebenen so stattfinden, weil sie sich, aufgrund der dazu führenden Einflüsse, entwickelt haben.

Es ist viel einfacher für mich (vor anderen und vor mir mir selbst) über „diese Krankheit“ und ihren Ablauf zu sprechen, weil all das für mich ganz klar ersichtlich ist (zumindest wie es einst zustande kam, welcher Logik es folgt), als über diesen Mensch, den all das tatsächlich betrifft.

Denn dieser Mensch bin „ich“. Und ich habe keinerlei Ahnung, wer oder was das genau sein soll… dieses „ich“, das einen Namen braucht, weil der alte von Angst und Schmutz besetzt ist. Und jeglicher Bezug auch zu ihm fehlt.

Nenn mich wie Du willst. Auch wenn „es“ nicht stimmt… doch für den Augenblick da ist es wahr. – Oder auch nicht. Weil Du mich eben so nennst…

Dieses Bedürfnis danach einen (entsprechenden) Namen zu haben. Einen zu besitzen…. Als ich anfing, mich darüber zu informieren, wie genau eine solche offizielle Änderung vonstatten geht, war ich ein wenig überrascht darüber, wie „einfach“ (was ganz sicher nicht das Wort ist, das ich gerade meine) mir die Gründe vorkamen, aus denen heraus andere ihren Namen änderten. Bei manchen lag es daran, dass ihr „eigentlicher Name“ auch gleichzeitig der Name einer geschichtlichen Person war. Einer, mit der man lieber nicht in Verbindung gebracht werden will, weil dieser Name letztendlich für KRIEG steht. ( KRIEG ist immer groß zu schreiben. Denn „kleine Kriege“ gibt es nicht da draußen…). Das kann ich noch sehr gut verstehen und nachvollziehen. Andere sind hier in dieses Land gekommen und befürchteten (oder machten die Erfahrung_en) dass ihr bisheriger Name für die hier Lebenden nicht so ohne weiters auszusprechen ist, aufgrund der hier so scheinbar ungewohnten Buchstabenfolge. Das fand ich doch ein wenig sehr zuvorkommend. Nun ja. Wiederum andere hatten sich in eine „Identität“ hinein transformiert, die mit ihrer alten nicht mehr viel gemeinsam hatte. Dafür brauchten sie nun, in einigen Fällen, einen „geschlechtsneutralen“ Namen. Darunter konnte ich mir dann nicht wirklich etwas vorstellen. Was vielleicht auch daran liegt, dass ich diese Bezeichnung bisher so eher aus dem Grammatikalischen gewohnt bin, wo sie (für mich) etwas „sächliches“ bezeichnet. Den „das Artikel“ eben, und den Grund seiner Verwendung – Jetzt bin ich aber auch niemand von denen, für den „das Geschlecht“, das jemand hat, auch weiter groß erwähnenswert erscheint. Da sind (für mich) keine weiteren daraus resultierenden „Erwartungen“ daran geknüpft, wenn jemand eines hat… Ich sehe da nichts anderes als Menschen. Menschen, die (in ihrer momentanen, vergangenen und zukünftigen Summe) nichts weiter sind als eine Spezies. Eine, die sich immer wieder in viel zu kleinen Unterschieden, die gar nicht wirklich welche sind, verrennt und dort verliert. Und dann gibt es meist KRIEG.

Jedenfalls las ich so einige Geschichten darüber, wie und weswegen Menschen hier in meinem Verwaltungsbezirk ihre Namen ändern ließen. Allen gemeinsam war, dass.nachdem der Akt vollzogen war, alle sehr zufrieden damit waren so zu heißen wie sie nun heißen. Der neue Name war etwas gewünschtes, das erfüllt wurde. Mit dem neuen konnten sich alle sehr gut und bestens identifizieren. Meist hatte er auch noch eine „tiefere, und ganz spezielle Bedeutung…“ für den_die jeweilige_n Träger_in.

So einfach kann das alles sein.

Natürlich ist mir klar, dass das „was man so zu lesen bekommt“ und genau deswegen liest einen ganz bestimmten Hintersinn hat. Nach entsprechenden Geschichten von Menschen mit einer DIS, bzw. generell Menschen, die aufgrund gewisser Taten, deren Opfer sie wurden, ihren Namen ändern liessen, musste ich schon länger suchen. Viel, viel länger. Doch ich fand sie. Hier war der Gewöhnungsprozess ein ganz, ganz anderer…und es tat gut zu lesen, dass es Menschen gibt, die sich mit alle dem genau so schwer getan haben, wie ich jetzt gerade. Zu lesen, dass auch da so oft erstmal nur der ganz dringende, verständliche Wunsch da war, dass etwas behaftetes getilgt werden soll… Damit so, wenn „es“ entfernt wurde, irgendwann etwas daraus entstehen kann, das von ihm möglichst unbehelligt ist.

Sehr häufig auch, wenn ich dieses Thema der Namensänderung meinen Helfer_innen gegenüber zur Sprache bringe, damit alles weiter seinen Gang nimmt, (das Geld für die Gebühren z.B. ist ja auch so eine Sache), stellt man mir daraufhin die sehr berechtigte Frage, ob ich mir denn schon Gedanken darüber gemacht habe, wie ich denn nun heißen will. Darauf weiß ich dann nie wirklich eine Antwort, die auch passt. Nicht, weil ich mir keine Gedanken darüber gemacht habe und mache… sondern weil dann das Unaussprechliche in mir beginnt. Weil dann das „viele-sein“ über mich hereinbricht, bzw. in mir ausbricht, und ich keine Ahnung mehr habe, worauf (bzw. auf wen) da nun zu hören ist…

Einen einzigen, ganz klitzkleinen, Namen gäbe es da schon… Allerdings gehört der mir nicht. Jemand in mir hat ihn mit Beschlag belegt. Es ist seiner und es wäre nicht gut, bzw. produktiv für alle anderen, wenn man ihn ihm wegnimmt, und auf alle anderen dann überträgt. Sie hineinzwängt so und ihn ihnen etwas überstülpt, dass „sie“ nicht bedeutet… Das ist auch schon das einzige, was ich ganz sicher weiß darüber. Das einzige ist wieder mal ein: „so nicht“. Was fehlt ist wie immer ein Gegenvorschlag. Ein besserer, der tatsächlich auch eine Lösung ist.

Je mehr ich mich damit befasse, desto klarer wird mir auch, dass diese Entscheidung, die ich da zu treffen habe, die erste wirkliche ist, die ich in meinem Leben treffe. Zu treffen habe und muss, und treffen werde. Die erste mündige, mit vollstem Bewusstsein. Egal, wie fragmentiert und zersplittert dieses Bewusstsein auch sein mag. Wie brüchig und diffus es auch ist.

In der Vergangenheit war es stets so, dass ich nie die Notwendigkeit sah einen eigenen Namen zu besitzen. Den, den ich offiziell hatte, lehnte ich ab. Und brauchte ihn auch nicht. Ich hatte immer schon ganz unterschiedliche, viele verschiedene Namen, bzw. auch Bezeichnungen. Für jeden Kontext einen. In der Regel war es jemand anderes, der mir diese(n) Namen gab. Ich nahm in eben an und entsprach ihm. Versuchte ihm zu entsprechend. Diesem Bild von ihm, das an ihm haftete, gerecht zu werden. Das war einfacher, und fühlte sich realer an, als diese zersplitterte „Ich“, das ich bin zusammenflicken zu müssen. Es zu greifen, zusammenzuhalten und anderen (auch noch) zu zeigen.

Jemand, den ich mal sehr liebte (und sie mich auch), sagte mir neulich über die Zeit, die wir zusammen verbracht hatten: „Du warst nie da… nie wirklich. Man hatte immer den Eindruck, dass Du die um Dich herum gar nicht wahrnimmst. So als wärst Du innerlich immer sehr weit weg (gewesen), vollkommen woanders…“. Das überraschte mich sehr, und erschrak mich zutiefst. Da ich ja wußte, wie nah mir alles ging und gegangen war, und was es ausgelöst hatte „in meiner Welt“, damals. Doch diese dissoziative „Welt“ ist so unsichtbar für andere… und ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass andere „diese Welt“, die ja die meine ist und in der ich lebe, gar nicht sehen können. Das ist unmöglich. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass sie mir, irgendwann nach Jahren, diesen Eindruck mitgeteilt hat…

Meist benannten mich Menschen, mit denen ich mehr oder weniger in Beziehung stand. Sie tauften mich, sozusagen, gaben mir Spitz- oder Kosenamen, die ich annahm, und die für den Kontext, in dem wir uns begegneten, ja auch passten und sehr praktisch waren. Rollennamen. Solche, die manchmal auch einfach nur die Tätigkeit bezeichneten, der ich (für Geld manchmal, oder für anderes) eben nachging. – Gerade erinnere ich mich daran irgendwo einmal gelesen zu haben, dass das erste, was man abgibt, wenn man bestimmten Armeen beitritt der „eigene Name“ ist. Dann folgt der Rest.

Vorbei ist vorbei. Und wenn mir eines bei all dem klar geworden ist, dann dass ich darauf wohl so schnell keine Antwort finden werde, wenn jemand mich fragt „wie ich denn heißen werde“.. Diese riesengroße Entscheidung, die jetzt früher oder später auch, definitiv zu treffen ist. Die erste eigene, die auch tatsächlich eine selbst getroffene „für etwas“ ist. Für den Namen eines „Ichs“, das ich nicht kenne. Das mir immer unbekannt war, und heute noch ist. Gerade auch und ganz besonders: in dieser zu benennenden Form.

Wenn ich so für mich  („unter uns“) beobachte, was in Anbetracht dieser anstehenden Entscheidung so mitgeteilt wird, fällt mir auf, dass niemand in mir, wirklich niemand der für mich greifbar-abgrenzbaren, tatsächlich angesprochen werden will, mit einer genauen Bezeichnung. Eine, die alle betrifft und der man dann entsprechen muss… Es ist alles so vage. Und das einzige, das klar ersichtlich scheint, ist jener Umstand, dass niemand in mir sichtbar sein will. Zumindest nicht auf diese Art und Weise, die viel viel zu bestimmt und definitiv ist.

Bevor die Namensänderung irgendwann einmal offiziell wird, werde ich das ja auch zu üben haben, wie es ist, so angesprochen zu werden, wie ich in Zukunft heißen werde. Dem würde ich mich am liebsten komplett entziehen, was so ja nicht geht.

Damit sitze ich nun hier: mit diesem Wissen darüber, dass niemand in mir sichtbar sein will. Dass niemand in mir will, dass irgendjemand sagt nach außen hin wie „wir“ zusammen heißen (sollen). Denn das ist geheim, und geht so auch niemanden was an… Das ist so ein krasser Selbstschutz, der da wirkt und greift und für sich abläuft. Ich kann ihn so gut verstehen, und nachvollziehen. Denn wenn man sich nicht zeigt, und exponiert dahinstellt und darstellt, muss man auch keine Maske anziehen. Diese Masken, auf die es so oft unweigerlich hinausläuft, wenn man im Austausch steht mit „dieser Welt“, zu der alles wurde. Diese Maske, die sich für mich meist noch viel entfremdeter anfühlt, als ein brüchiges, diffuses, zersplittertes „ich selbst“ zu sein, das keinen Namen trägt…

Nenn mich wie Du willst… es ist so einfach unkenntlich zu sein. Doch nahezu unmöglich mit „seinem Namen auch für etwas einzustehen“, wenn das, was er bezeichnen soll, noch gar nicht so vorhanden ist… wenn es noch nicht einmal im Ansatz bloß konstant ersichtlich ist.




ich heiße spiegelscherbenkind, nichts weiter. das ist mein name, mir reicht er…

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