dokument #47

Alle hab‘ nen Job, ich bin zu bekloppt….

 

Das macht keinen Spaß von einer Frau ausgeschimpft zu werden, die man noch nie zuvor gesehen hat. Dumm nur, dass das ab jetzt scheinbar meine Psychiaterin ist.

Ich werde nie verstehen, woher all diese Unterstellungen und Vorurteile kommen, mit denen ich, fast ausnahmslos, in jedem Erstgespräch der letzten Monate, konfrontiert gewesen bin …

Nun gerade sitze ich hier und versuche mich daran zu erinnern, was das gerade eben war vor ein paar Stunden, doch es gelingt mir nicht. Alles was ich weiß ist, dass ich sehr froh war es in die Sprechstunde geschafft zu haben. Kurz davor hatte ich wieder einen dieser anhaltenden, seltsamen dissoziativen Krampfanfälle, die ich zuletzt gehäufter habe, und in denen man sich nicht bewegen kann.

Obwohl „nicht bewegen“ so nicht ganz richtig ist. So entfernt nimmt man schon irgendwie zu Kenntnis, dass der Körper da irgendetwas tut. Er scheint hin- und her zu krampfen, während der versteinerte Kopf in einer Art Schraubzwinge gefangen ist. So ganz weit am Rande bekommt man das fragmentiert mit, dass da scheinbar gerade etwas passiert, das man nicht haben will. Doch man kann keine bewusste Entscheidung treffen, die all das stoppen würde, zumal es einem derweil eh nicht so richtig gewahr wird oder ist, was da gerade passiert. So ganz weit, ganz verschwommen an Rande, blitzt ab und zu etwas auf… Ich glaube ich habe sehr seltsame Bilder gesehen währenddessen.

„Was wollen Sie denn von mir? Das ist Antriebslosigkeit…“



Als ich wieder zu mir kam und mich bewegen konnte, war es schon sehr, sehr knapp dafür den Termin bei der Psychiaterin noch wahrzunehmen. Bei den Wartezeiten bis zum nächsten Termin hätte das sehr nachteilige Folgen für mich gehabt. Schon seit Montag habe ich keinen gültigen Krankenschein mehr… – Dreimal hatte ich versucht seitdem zum Arzt zu gehen. Doch jedes mal wenn ein mögliches Zeitfenster erreicht war, lag ich handlungsunfähig darnieder. So „verkrampft“ wie heute. Ehrlich gesagt habe ich jetzt im Moment keinerlei Erinnerung an die vorherigen Versuche der letzten Tage, auch wenn ich weiß, dass es sie gab… An das Wissen um die permanenten (Alltags-)Amnesien und ihr Vorhandensein gewöhnt man sich; an diese sonderbaren, anhaltenden Krampfanfälle nicht.

Mein Eindruck ist, dass sie so eine Art „Schutz-Sperre“ sind, bevor „schlimmeres“ (im Verhalten) zum Ausdruck kommt. Womöglich verhindern sie sogar diese verheerenden „Wechsel“, gegen die ich ja ankämpfe. Davor waren es diesen„Unterspannungs-Zustände“ von denen ich geschrieben hatte. Bei ihnen war und ist es ja so, dass bei einer Konfrontation mit einem „zu viel“ (und dieses „zu viel“ ist so klein…) man als direkte, unmittelbare Reaktion darauf in einen Zustand verfällt, der dem Schlaf sehr ähnlich ist. Körperlich und geistig. Ohne, dass man vorher müde war. Und alle Kraft, die man noch aufbringen kann, geht dafür drauf, diesem „Schlaf“ nicht sofort anheim zu fallen. Konzentration und Aufmerksamkeit für anderes ist da dann keine mehr. Das hatte ja auch dazu geführt, dass ich permanent nach spätestens 4 stunden Wachsein „umfiel“, andauernd. Ständig. Wie gesagt: dieses „zu viel“ ist so klein…

Diese „Unterspannung“ habe ich sehr viel verbalisiert nach außen hin. Habe in Therapie darüber gesprochen, es denn Helfern_innen erläutert. Wie es mir scheint hatte ich irgendeine Art des Umgangs damit gefunden. Ich weiß es nicht. Es fällt so unglaublich schwer irgendetwas in Relation zu setzen, wenn die Erinnerung an die (jüngste) Vergangenheit stets so lückenhaft, separiert und selektiv ist. Wenn das meiste einfach fehlt… – und dann sitzt man da ständig und soll erklären und erläutern wie und was das ist mit einem. Und letztendlich tut man nichts weiter als vermuten und raten. Und dann geht man da raus und ist schon wieder in einem anderen Modus, und das was gerade war ist abgespalten… und vergessen.

„Ja, und? In der Klinik hat man ihnen etwa nicht erklärt, was es damit auf sich hat? Und da bei ihrem Therapeuten? Macht der denn keine Traumatherapie mit Ihnen ? Waren sie denn nie arbeiten die letzten Jahre ?…“

 

Das mit diesen „Krämpfen“ scheint den Unterspannungs-Zuständen sehr ähnlich zu sein. Scheinbar eine vorauseilende Reaktion sozusagen, bzw. als neue Schutzfunktion quai ihnen „vorgeschaltet“. Wenn ich daran denke, wie es ansonsten so häufig war, wenn ich zu Terminen musste. Da war ich bei dem Versuch sie örtlich zu erreichen stets in so einem Ausnahmezustand, dass ich gar nichts anderes mehr wahrnehmen konnte, außer dieses vielsprachige Pfeifen und Rauschen und zischen in mir. Das hatte dann zur Folge, dass ich mich trotz genauer Vorbereitung, fast immer verlief hoffnungslos und andauernd zu spät kam. Wenn überhaupt. Die Umwelt war so fern und inexistent. Ganz blind taumelte ich durch sie. Hauptsache schnell irgendwo hin in eine vermutete Richtung… einen Plan lesen, oder gar nach dem Weg fragen war mir nicht möglich so. Das war ja der springende Punkt, dass ich stets eine genaue Wegbeschreibung dabei hatte, weil ich um dieses mich-verlaufen ja wusste. Doch da fehlt eine entscheidende Verknüpfung, die keine Verbindung herstellen konnte zwischen dem was da beschrieben steht und der mich umgebenden Umwelt.

Die Unterstützerin verwendete letztens dieses Wort „Druck“ dafür. „Druck“ der scheinbar da ist in solchen Situationen. Doch ich mag das Wort nicht verwenden. Es ist ein „emotionales“ Wort, das einen Gefühlszustand beschreibt. Und „Gefühle/Emotionen“ sind nun mal etwas, zu dem man diesen Zugang in der ersten Person Singular hat. So ist das bei mir ja nicht. Schön wär’s, wenn sich all das mit einer stündlich aktualisierten Anspannungskurve benennen ließe. Doch bei all den parallelen Handlungssträngen da in mir, samt ihren unterschiedlichen Wahrnehmungen und Erinnerungen etc., brauche ich eine andere Art der Sprache, als jene „eindimensionale“, die gleichzeitig benennt und dennoch für Außenstehende nachvollziehbar bleibt. (Und die Erwartung daran darf nie sein, sich nie damit begnügen, dass andere „gefälligst“ das situativ-entsprechende Personalpronomen für einen verwenden. „Barrierefreiheit“ erreicht man gewiss nicht dadurch, dass man „bestimmte Unterschiede“ sprachlich manifestiert und verhärtet…)

Diese Krampf-Zustände scheinen nun also irgendwie eine Art vorgeschalteter Schutzmechanismus zu sein. Denn die Situation einem „zu viel“ ausgesetzt zu werden, mit ihm konfrontiert zu sein, entsteht so gar nicht mehr. Vom Regen in die Traufe. Natürlich hat das so verpasste, nicht erreichte, dann noch spätere, „schlimmere“ Folgen (auch so ein, noch gar nicht bedachter, Aspekt: „unbewusste“ Sabotage?). Doch vorerst ist man aus dem Schneider wohl, wie man so sagt. Das muss sich sehr „willentlich“ lesen, so als wäre das Absicht, was man da tut. Doch das ist es nicht, es entzieht sich einem ja jeglicher Zugriff. Alles was man, am Rande, davon mitbekommt ist dieses „nicht sein wollen“ in jener Starre. Doch man ist zu bewegungsunfähig um sie zu verlassen. Der Kopf verkrampft fixiert, während der Körper scheinbar irgendetwas am abarbeiten ist…

Dieses Wort „willentlich“….ich weiß nicht, wie oft ich mit der Aussage, bzw. mit der direkten Frage konfrontiert werde, ob ich denn nicht wüsste, dass „Dissoziationen (und daraus resultierend das „Gespalten-sein“) eine Art Schutz-Reflex/Mechanismus sei. Der Ton der Frage ist in der Regel ein wenig sehr von oben herab. Ich antworte darauf stets mit „ja“, und versuche nicht näher auf diese Frage einzugehen. Denn mir erscheint es dann zuweilen so, als ob die Antwort, die von mir erwartet wird, lautet: „“tut mir sehr leid, dass ich das habe. Dass ich mir das einbilde und mich so anstelle. Dass ich darauf so herumreite…“

Infolgedessen hat sich mein sprachlicher Umgang „damit“ vollkommen angepasst.

Frisch aus der Klinik, mit vollstem Bewusstsein noch für diese heilsame und zu erreichende“situative Achtsamkeit“, versuchte ich einen kommunikativen Kontakt „mit den anderen zu finden“, der auch für uns alle produktiv ist. So dass keiner „zur Seite geschoben“ und damit übergangen wird o.ä. Ich versuchte mit den für mich wahrnehmbaren in mir in einen Dialog zu kommen. Parlamentsentscheidungen zu treffen etc. ( Und es ist ja auch nicht so, dass „alle da drin“ für mich wahrnehmbar sind. Die, die übernehmen, wenn ich fort bin und all die Monate fressen, die meiner Erinnerung fehlen, sind eine andere Thematik. )

Ich versuchte auch nach außen hin, den professionellen Helfern_innen gegenüber, zu verbalisieren, wen ich gerade so wahrnehme bzw. „wer in mir“ da wohl am Handeln war oder ist, in Bezug auf gewisse Situationen. Für „mich selbst“ war dieses „Offenheit damit“ kein selbstverständlicher Schritt. Es fiel mir auch nicht leicht. Doch Sprache soll ja benennen, und aufzeigen, und vir allem: vermitteln… Nur führte das in diesem weit gefassten „therapeutischen Kontext“ zu sehr viel Unverständnis. Und ich musste noch viel mehr erklären und beschreiben als es eh schon der Fall ist. Jetzt eben auch noch zusätzlich darüber und dazu „wieso ich denn so spreche“. So anders.

Es ist so paradox. In der aktuellen Betreuung, die dieses Mal tatsächlich gut und hilfreich ist, und deswegen funktioniert, bekomme ich zum allerersten Mal (in meinem Leben) dieses „Gefühl“ vermittelt „ich sein zu dürfen“. Und dieses „ich“ besteht nun einmal zu einem Großteil aus dieser Krankheit oder Störung, wie auch immer. Sie bestimmt mein Leben, ist dafür verantwortlich, dass ich unter das Label „schwerbehindert“ falle. Ich muss jede Minute versuchen einen, möglichst funktionalen Umgang damit finden. Und in diesem weit gefassten Begriff „therapeutischer Kontext“ geht es dann ununterbrochen darum, dass genau diese „Krankheit/Störung“ eben nicht sein darf….

„…sie wissen schon, oder?“

„…und wie lange kennen sie das schon „so“ ?“ – „Schon immer, es fing ja sehr früh an mit dem, das dazu führte…“

 

Es ist so zermürbend auf Dauer, dieser ständigen, rhetorischen Frage ausgesetzt zu sein „ob man denn nicht eigentlich wüßte“. So als ob man sich da etwas zurecht spinnt, an das man mit aller Kraft glauben will. – Vielleicht sollte ich statt „die anderen (in mir)“ stattdessen einfach sagen „das göttliche in mir“, dann wäre es Religion und verdammt noch mal zu tolerieren und akzeptieren, gefälligst, egal, wie abstrus, unbeweisbar, in sich widersprüchlich und gefährlich sie inhaltlich ist…. (- der letzte Satz war gerade sehr zynisch. Ich lasse ihn dennoch stehen. Wer stattdessen lieber fundierte Religionskritik lesen will, ist hier vortrefflich aufgehoben: Blood ’n‘ Acid)


 Mittlerweile habe ich mir angewöhnt ständig und in jedem Zustand möglichst „ich“ zu sagen. Nicht weil ich das so meine, oder gar „empfinde“, sondern weil es das ist, das von mir erwartet wird. „Das andere“ darf eben „so“ nicht sein. Und ich will ja auch nicht weiter darauf beharren, als wäre es eine bestimmte Ausdrucksform der Sexualität. Das verschwendet nur Kraft. Doch da ist ein großer Widerspruch in mir, zwischen dieser „Wahrheit“, der ich mich verpflichtet fühle (aufrichtig ehrlich sein) und einer Erwartung, die an mich gestellt wird. Ein Lippenbekenntnis dieses „ich“, nichts weiter.


„Draußen sein“ ist so Hardcore… Den ganzen Morgen war ich heute, bevor ich zur Psychiaterin musste, im Tageslicht unterwegs gewesen, um alltägliche Dinge zu erledigen, was gar nicht so leicht war. Aber die Sonne tat gut. Sowie das frühe aktiv-sein, was irgendwie in letzter Zeit immer unmöglicher geworden ist. Dieses sonderbare Zeitgefühl… Seitdem ich versuche weniger „wegzudriften“ und bewusster „da zu bleiben“ ist da so ein sonderbarer Zustand, in dem ich mich bewege. Gerade jetzt ist er zu fern, um ihn zu beschreiben. Aber es ist so, dass ich allem Anschein nach ununterbrochen beinahe weine, wenn ich mich draußen bewege. Jetzt nicht so, dass „ich selbst“ das spüre, dass muss irgendjemand anders in mir sein, der sich da ausdrückt. Alles was ich merke ist, dass die Augen tränengefüllt sind. Und dass, wenn jemand mich ansprechen würde o.ä., das sofort losginge mit der Heulerei.

Doch da ist keinerlei „ich-Gefühl“ für mich mit verbunden. Ich nehme nur zur Kenntnis, dass es besser wäre, wenn der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringen würde, nicht Zustande kommt. Ansprechbar und handlungsfähig sein ist das nicht. Doch es ist o.k., solange mich nichts unvorbereitetes trifft, und ich Sachen erledigt bekomme, trotzdem. In irgendeiner Art Zustand bin ich ja immer. Und dieser scheint eben ein sehr verwundbarer zu sein. Bzw. schon sehr verwundet zu sein…„ich selbst“ kann da nur ferne Vermutungen anstellen, weil es so abgeschnitten von mir stattfindet, und dann im nachhinein, wie jetzt beispielsweise, unendlich weit fern ist. So als wäre das sehr unwirklich und nur geträumt das ganze. Dass ich das draußen rumlaufe, da Tränen sind und so..  Ich weiß es doch auch nicht. Auch wenn ich permanent darüber reden muss. Im besten Fall. Im schlimmsten Fall sitzt man dann da, wird ausgeschimpft und darf sich Unterstellungen und Vorurteile anhören…


 Als ich dann heute Mittag wieder hier in der Wohnung zurück war, wäre es eigentlich schon beinahe Zeit gewesen zur dieser Psychiaterin aufzubrechen, damit ich endlich mal einen aktuellen Krankenschein bekomme. In dieser Woche war ich ja schon wieder zu nichts in der Lage und die Maßnahme, an der ich hätte teilnehmen sollen, fand ohne mich statt.

Im Grunde wollte ich sogleich auch wieder losgehen. Doch ich dachte es wäre gut, einen Moment noch durchzuatmen… und dabei verfiel ich eben plötzlich in diese langanhaltende Verkrampfung, aus der ich mich nicht mehr befreien konnte. Als ich mich wieder bewegen konnte, war die Zeit schon sehr, sehr knapp. Leider war ich da aber noch komplett desorientiert in mir selbst und total erschöpft. Ich nahm alles nur wie durch einen Schleier und sehr fern wahr. Was immerhin ein Fortschritt zu dem vorherigen Zustand darstellte. Ich musste dann noch für einige Zeit im Badezimmer sein…von den körperlichen Symptomen her hatte ich da wohl eine Panikattacke. Das wird mir gerade klar, während ich das schreibe. Hier liegen ja solche „Rückwärtsprotokolle“ herum, in die man die augenblicklichen, wahrnehmbaren Symptome hineinschreibt und so dann heraus findet, wie man den aktuell vorherrschenden Zustand benennen kann…(Das muss ich übrigens auch jedes Mal tun, wenn mich jemand fragt „wie es mir geht?“ – ich wüsste es sonst nicht.. – Deswegen stellen mir Therapeuten, Ärzte etc. diese Frage beim zweiten Mal schon gar nicht mehr.)

Auf jeden Fall schaffte ich es dennoch rechtzeitig dort zu sein. Das erste „richtige“, das mir diese Woche gelungen ist…und als ich aufgerufen wurde und vorsprechen durfte, begann das kurze Kreuzverhör. All diese Unterstellungen und Vorurteile.. was ich denn wolle, und ob ich den nicht wüsste… und dazwischen immer „biographisches“ an das ich mich nicht erinnern konnte..und was ich denn erwarten würde, und wieso ich denn dies und das nicht tue oder getan habe…

Und man währenddessen sitzt man da und weiß überhaupt nicht mehr, was man noch spricht und was man sagen soll. Und auf der Krankschreibung, die ich bekam, steht nun als Beginn „ab morgen“ drauf und nicht „ab heute“. Vielen herzlichen Dank.

Das scheint kein Arzt gerne mitzumachen, einen für längere Zeit krankzuschreiben. Auch wenn alle notwendigen Atteste und Gutachten und Klinkbriefe dafür vorliegen. Sie sagte auch, wenn sie das jetzt täte, bekäme sie postwendend „so einen Stapel Papier darüber“ zugeschickt. Ich habe mir nicht gemerkt von wem, nur dass sie mit ihren Fingern die Dicke des Stapels demonstrierte. Den Überblick darüber, wie all das bei mir noch zusammenhängt, in wessen Zuständigkeit ich wann und wie und wo falle, habe ich schon lange verloren…

Als ob ich in diesem Zustand hier so leben wollte. Ich versuche alles mir mögliche ihn zu überwinden; und scheitere meist schon bevor etwas beginnt. Die einen schimpfen mit einem darüber, die anderen bringen einem bei die „positiven Ressourcen“ in allem zu sehen und zu stärken. Doch ihr „positiv“ ist den anderen nichts wert. Unnütz zu sagen, dass ich mir aussuchen soll, auf wen ich da höre. Ich hab mit beiden Seiten zu tun, sitze da vor ihnen und rede und rede (im Idealfall), stehe Rede und Antwort auf ihre Fragen, ohne mich selbst dabei zu hören. Froh darüber, es dorthin geschafft zu haben. Und wenn ich später wieder rausgehe, und der Zustand_Modus sich dann wieder ändert, ist all das was vor ihm lag wieder vergessen….


 

„Und was hat sie so traumatisiert? Aha…und was haben sie so gemacht die letzten 20 Jahre, seitdem sie da weg sind?

 

Ich weiß nicht, was das heute wieder war. Im Grunde sollte ich froh sein, es tatsächlich zu dem Termin geschafft zu haben. (Bei den vorherigen hatte ich mich verlaufen stattdessen) Doch so wie ich da ausgeschimpft wurde, ist da der riesengroße Eindruck gerade „dreckig, falsch und unnütz“ zu sein…. – Ich glaube nicht wirklich, dass eine solche „ärztliche Behandlung“ (über deren Details, so weit erinnerlich, und Motivation ich morgen bestimmt in Therapie sprechen muss – während ich wie ein kleines, stammelndes Kind, das ich dann bin, da sitze und all das nicht begreife), wie ich sie da heute erlebt habe, dazu führen wird, dass diese seltsamen, anhaltenden dissoziativen Krampfanfälle (davor) weniger werden. Im Gegenteil. Doch wie soll ich das mitteilen, oder darüber „entsprechend“ berichten, wenn die Worte und die Sprache fehlen…und alles was man sagen kann nur eine Ausrede dafür ist „keine Leistung zu bringen“… Verstehen oder nachvollziehen kann ich das nicht im Geringsten. Doch ich bin ja auch schließlich kein Psychiater. Keine_r von dieser ganz speziellen Sorte…

…doch verallgemeinern darf man das nicht. Sonst sitzt man später auch da und stellt anderen Menschen nur noch rhetorische Fragen, auf die man glaubt schon die Antwort zu wissen. Und dann schimpft man womöglich noch mit Leuten, die man noch nie zuvor gesehen hat, weil sie scheinbar in ein Muster reinpassen, das nur aus Vorurteilen konstruiert ist, was keine reife Leistung ist.



3 Gedanken zu “dokument #47

  1. Ich mag gerne sagen, dass ich verstehe, was du/ihr meinst/meint, mit dem Unwillen außenstehender Personen sich DIS überhaupt vorzustellen, weil es Arbeit (innere Auseinandersetzung und „ein Stapel Papier“) bedeutet! Das hintreten auf jmd. der bereits im übertragenen Sinn am Boden liegt! Auch die unfassbare Ignoranz gegenüber T rauma.
    Es ärgert mich/uns, wie da mit dir umgegangen wurde. Es tut mir sehr leid!
    Liebe Grüße und alles Gute euch
    „Benita“

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