10 Fragen

Vom, von uns sehr gerne gelesen, Blog Roxie will leben wurden wir für den „Liebster Blog-Award“ nominiert. Vielen, lieben Dank dafür, Roxie_s , das hat uns sehr gefreut 🙂  Es war sehr spannend, von gestern auf heute, sich den Fragen zu stellen, sich damit auseinanderzusetzen. Gerade auch, weil sie von jemandem an uns heran getragen worden sind, deren Worte wir schätzen.

Mit dem Beantworten einhergehend ist die Aufforderung verbunden, wiederum anderen Blogs, die einen interessieren, selbst Fragen zu stellen. Dem sind wir nachgekommen. Allerdings verhält es so, dass die für uns dafür in Frage kommenden entweder schon teilgenommen haben, oder eben dies (aus den verschiedensten Gründen) kategorisch ablehnen. Eine Antwort steht noch aus. Doch es lässt sich jetzt schon mit Gewissheit sagen, dass wir unser Ziel des „erfolgreichen“ Weitergebens nicht erfüllt haben. So ist das.

Vielen Dank an alle die, die hier beim Lesen dieser Zeilen wissen, wer gemeint ist, für die ehrlichen und schnellen Antworten. Das fiel uns nicht leicht an Euch heranzutreten, zu groß ist die Achtung vor Euren Texten. Ich hoffe, dass wir die Gelegenheit dafür nutzen konnten, Euch mitzuteilen, wie viel sie uns bedeuten. Hut ab, und weiter gerade aus nach vorne.

Gut zu wissen, dass es Euch gibt. Und dass wir viele sind…



Nun stellen wir uns den Fragen.




1. Wieso schreibt ihr einen Blog?

Kurze Antwort : einfach so 🙂

Ausführliche Antwort : alles andere war voll geschrieben …lag überall verstreut herum.

Vor [disparat] – multiple systematik hatten wir diverse eigene, verzweigte Seiten im Internet gehabt. Doch da die thematisch recht eng definiert waren, hat man sich da oft auch sehr verkehrt gefühlt mit dem, das man gerade schreiben wollte_musste. Und zuweilen hat es auch  Druck aufgebaut zu denken dort, zu diesen Themen, weiterschreiben zu müssen, auch wenn das gerade nicht ging. Dennoch war der Drang zum Schreiben da, und ist es noch. Von daher ist dieser_dieses Blog hier nun wohl so etwas wie ein Reflex dieses Dranges gewesen, sich einen Ort zu schaffen, an dem er uneingeschränkt sein kann. Wahrscheinlich war es auch das Bedürfnis nach einer neuen, ersten, leeren Seite (in einem wortlastigerem Layout), das den Ausschlag gab.

Dass er „öffentlich“ ist (was ja nicht automatisch heißt, dass er gelesen wird), ist eine Begleiterscheinung. Irgendwann am Anfang dieser Form des Schreibens stand eine Art Tagebuch/Protokoll, das wir in einem Forum (für Betroffene bestimmter Diagnosen) begonnen hatten. Es wurde sehr selbstständig, bekam ein Eigenleben, schrieb sich von selbst und bedeutete uns sehr viel. Es war sehr aufschlussreich es zu schreiben.

Durch das Schreiben „darüber“ entstanden ein paar wenige Kontakte zu anderen, die mit dem, das man geschrieben hatte allem Anschein nach etwas anfangen konnten. Das war sehr sonderbar „verstanden“ zu werden, weil das, was man zur Selbst-Veranschaulichung geschrieben hatte, oft sehr kryptisch und verschachtelt war. Meistens hatte man, nachdem man etwas „fertig“ geschrieben hatte, keinerlei Erinnerung mehr daran. Man betrachtete es am anderen Tag und begann so zu sehen, was alles los ist in einem. Auch weil man den Eindruck hatte, dass die Worte von jemand (mehreren) anderen_m stammten….

Die Kontakte dort zu anderen, die eben solches kannten, erlebt hatten, worüber wir schrieben, waren etwas sehr neues, wichtiges für uns. Es zeigte, dass das, was man tut, um zu verstehen, irgendeine Art der Berechtigung hatte, es auch keinen Grund gab „sich zu verstecken damit“, so lange man sich nicht aufdrängt.

Allerdings sind solche Foren eben auch (hauptsächlich) „abgeschlossene Orte“, an denen man das Recht am eigenen Wort hergibt, und sich der Willkür einer selbsternannten „Leitung“ unterzuordnen hat, deren (widersprüchliche) Entscheidungen/Meinungen man oft nicht nachvollziehen kann. Basisdemokratie und „auf Augenhöhe“ geht_gehen anders… Irgendwann lag diese Forenzeit dann hinter uns. Es war keine schöne Erfahrung gewisse Texte von sich, die einem etwas bedeuteten, dort zurück zu lassen…Seitdem hieß es dann DIY (do it yourself), wenn es darum ging den eigenen Worten einen Raum zu schaffen – was generell jedem zu empfehlen ist, der sich nicht von anderen abhängig machen will.

Ein Vorteil des „öffentlichen“ oder des „ins Internet Reinschreibens“ ist es wohl, dass man zu einem Punkt kommt; wie auch immer dieser aussehen mag. Wenn etwas als „fertig“ erscheint, drückt man auf „senden_veröffentlichen“, gibt es so aus der Hand und dann steht es da für sich als etwas extern-eigenes, alleine, dem man sich erst wieder annähern muss, wenn man verstehen will, wofür es steht. Das ist eine ganz eigene Art des Austausches, der Auseinandersetzung. Beim „schreiben für sich“ in endlosen Word-Dokumenten, Tagebüchern, Briefe an „die anderen“ etc. fehlt dieser Punkt irgendwie, diese Ebene.

Und wahrscheinlich ist es auch dieser latente Eindruck letztendlich, der einem bei alle dem, das man „da draußen“ liest_gelesen hat oder vom hören/sagen so mitbekommt, unbewusst sagt, dass da, u.a. noch, eine Stimme fehlt : die eigene. So ist der_die_das Blog nichts weiter, als der Versuch sie zu finden.




2.Welche Jahreszeit mögt ihr am liebsten und warum?

Je mehr Zeit vergeht, desto ähnlicher werden die sich alle. Und kaum hat man sich an die eine gewöhnt, ist schon die nächste da…früher haben wohl die „Übergangsjahreszeiten“ den stärksten Eindruck hinterlassen… Generell ist es für uns wohl besser, wenn die Tage länger werden, statt kürzer. An die verwirrende, frühe Dunkelheit werden wir uns wohl nie gewöhnen können.



3. Lieblingsfilm?

„Léon, der Profi“  wohl… Wenn er am Ende sagt: „Das .. ist von … Mathilda“ muss ich jedes mal weinen.

Der kleine mag „Shaun das Schaf“ sehr gerne. Wegen Timmy. 🙂



4. Was bewegt euch gerade?  

Der Inhalt des Buches „Gewalt: eine neue Geschichte der Menschheit“ von Steven Pinker…



5. Wenn ihr einen Wunsch frei hättet, was würdet ihr euch Wünschen?

Eine Welt ohne uns.



6. Wenn du neugeboren werden würdest was für eine Pflanze, Tier,… wärst du gern?

Eine Katze; die mit einen Raben befreundet ist, der auf einem Einhorn reitet.



7. Was gibt dir Kraft wenn du denkst du kannst nicht mehr?  

Der Trotz. Emotionale Schreimusik. Bücher über Evolutionsbiologie/-psychologie. Der Satz von Lars Gustafsson : „Wir fangen noch einmal an, wir geben nicht auf“.



8. Was ist dein nächstes Ziel?

Mit zielgerichteter, professioneller Hilfe Eigenständigkeit erreichen. Daran arbeiten wir, jeden Tag. Mal im großen, meist im kleinen. – Wobei man oft den Eindruck hat, dass man die allerkleinsten Schritte dafür, jeden Tag aufs neue wieder ganz von vorne lernen muss. …



9. Wofür lebst du gerade?

Den Reflex, der einen leben lässt, das Schreiben, die Musik…und den kleinen.



10. An was Glaubst du?
Atheisten „glauben“ nicht :).  Und ich denke auch, dass „das Leben an sich“ so wundervoll aus sich heraus ist, dass es gar keinen Mystizismus braucht, um ihm etwas abzugewinnen.